Cut down forest on the left side, prospering forest on the right

Infrastrukturen, Klimawandel und neue Mobilitäten

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Migration und Mobilität sind auf das Vorhandensein von technologischen Infrastrukturen (Flughäfen, Bahnhöfen, Verbindungs- und Anschlussmöglichkeiten) wie auch von Wissenskreisläufen (mündliche und schriftliche Alltagskommunikation, Bildungssysteme, akademisches Wissen und Expertenwissen) angewiesen.

Wir beobachten daher eine Koproduktion von Migration durch immaterielle und materielle Infrastrukturen, die mit der Anpassung an den Klimawandel einhergehen oder damit gerechtfertigt werden (zum Beispiel Dämme, Meeresschutzgebiete und andere Technologien zur Umweltsteuerung). Mittlerweile rankt sich eine Reihe von Narrativen um diese konkreten materiellen Infrastrukturen, insbesondere in Bezug auf Migrationsprozesse im Kontext des Klimawandels. So steht die forcierte Entwicklung von green und blue technologies zur Resilienz und Anpassung der Bevölkerung an den Klimawandel in vielfältiger Wechselwirkung mit neuen Mobilitäten. Teilweise zeitigt diese Infrastruktur Konsequenzen wie etwa Umsiedlungen, Vertreibungen oder neuerdings auch Klimagentrifizierung. Mancherorts kann das Zusammenspiel von Infrastrukturen und Wissenskreisläufen hingegen dabei helfen, Menschen vor Ort zu halten oder sogar newcomer anzuziehen. Beobachten lässt sich beispielsweise, dass in den Küstengebieten Südostasiens Teilgebiete für hydrotechnische Experimente genutzt werden und dass hier zunehmend Profite generiert werden. Diese Entwicklungen werden durch Visionen wie Blue Urbanism als Antwort auf den vorhergesagten Anstieg des Meeresspiegels – durch extreme Wetterereignisse, Küstenerosion, Versalzung und Landsenkung – legitimiert.

Unser Webinar widmet sich diesen Wechselbeziehungen zwischen den großen Infrastrukturen und neuen Mobilitäten in Küstengebieten. Vier Referentinnen und Referenten geben jeweils einen zehnminütigen Einblick in ihre Arbeit. Die Beispiele konzentrieren sich auf Asien und Westeuropa.

Prof. Dr. Wiwandari Handayani, Universitas Diponegoro, wird über die Situation in Semarang, Indonesien, sprechen. Die Stadt hat verschiedene Instrumente geschaffen, um durch gebaute Infrastrukturen widerstandsfähig gegen Klimastress zu werden.

Dr. Johannes Herbeck, artec Universität Bremen, führt uns in die multinationale ethnographische Forschung zu multifunktionalen Deichen und schwimmenden Infrastrukturen in verschiedenen Regionen ein. Vorgestellt wird das Projekt BlueUrban, dass sich mit der Verbreitung von Umweltideen und deren Umsetzung in verschiedenen Teilen der Welt beschäftigt.

Prof. Dr. Simon Richter, University of Pennsylvania, diskutiert am Beispiel der Niederlande, wie die Lock-in-Konsequenzen aggressiver Wasserverteidigungsstrategien die Entwicklung sinnvoller Anpassungs- und Rückzugsstrategien behindern.

Dr. Shahnoor Hasan, Universität Utrecht, stellt ihre aktuellen Arbeiten zur Wasserpolitik und Delta-Wissensproduktion vor. Sie präsentiert die Geschichten von Menschen in Bangladesch, die mit der Übertragung niederländischer Delta-Infrastruktur in ihr Land konfrontiert sind.

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Meeting ID: 690 0409 3874
Passcode: 496378

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